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Bali Aga, Bali, Indonesien

Die Bali Aga sind die Ureinwohner der Insel Bali in Indonesien und leben weitgehend zurückgezogen in dem Ort Tenganan. Durch eine konservative Ritualgemeinschaft, die im Gegensatz zum Rest der Insel von Hinduismus weitgehend unberührt ist, konnten die Bali Aga ihre Kultur bis heute erhalten – eine Einzigartigkeit, die sie zum Forschungsabjekt diverser Antropologen und Ethnologen machte.
Die Bali Aga bestehen aus einer Hauptgruppe von lediglich 400 Menschen, die vor allem in dem Zentraldorf Tanganan Pegeringsian leben. Anders als die hinduistischen Balinesen werden Tote hier in der Erde bestattet, und auch der am Ende des Dorfplatzes stehende megalithische Göttertron erinnert an vorhinduistische Zeiten. Da sich Bali Aga als eine Gruppe von Auserwählten verstehen, verfügen sie über eine Vielzahl von Riten und Traditionen, die diesen exklusiven Status sichern sollen. So sind zum Beispiel Heiraten außerhalb der Dorfgemeinschaft verboten. Da die Bali Aga über große Ländereien verfügen die sich im Gemeinschaftsbesitz befinden und die vor allem durch die balinesische Bevölkerung aus den angrenzenden Gebieten bestellt werden, sollen exogame Heiraten verhindert werden. Da diese Praxis in der Vergangenheit jedoch immer häufiger zu Unfruchtbarkeit und zu Degenerationen führte, hat man sich in den 80er Jahren dazu entschlossen unter bestimmten Bedingungen auch Ehepartner in die Gemeinschaft aufzunehmen, die nicht der Bali Aga Gemeinschaft entstammen. Allerdings müssen dann auch sie die Regeln und Gesetze der Gemeinschaft einhalten, da Verstöße in der Regel damit bestraft werden, dass Betroffene, unabhängig von ihrer Herkunft, das Dorf verlassen müssen. Das wohl bekannteste Produkt der Bali Aga in Tenganan sind die weltweit einmaligen Doppel-Ikat-Stoffe, denen magische Kräfte zugesagt werden. Zur Anfertigung einiger besonderer Stoffe benötigen selbst Spezialisten bis zu zehn Jahre.
Ein weiterer Bali-Aga-Stamm lebt in dem unzugänglichen Dorf Trunyan am Danau Batur. Auch hier hat eine steinzeitliche Kultur mit Gesellschaftsregeln überlebt, die mit denen in Tenganan zu vergleichen sind. Der größte Unterschied der beiden Gruppen sind vermutlich die Bestattungsrituale. Während hinduistische Balinesen ihre Toten verbrennen und die Bali Aga in Tenganan sie begraben, werden die verstorbenen Trunyaner an einem speziellen Platz unter einem Baum, der den Verwesungsgeruch mildern soll, dem natürlichen Verfall überlassen. Dieses Ritual ist außer in Trunyan nur noch in Tibet und bei den Parsen in Indien zu finden.


Koordinaten: 8°28'23''S 115°34'30''E | GoogleMaps | GoogleEarth
Literatur zum Thema

Hahn auf dem Dorf
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