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Die Minangkabau, Sumatra, Indonesien

Die Minangkabau sind eine Ethnie auf der indonesischen Insel Sumatra. Sie sind die weltweit größte noch bestehende matrilineare und matrilokale Ethnie. Die Vermischung der Kulturen des in Indonesien vorherrschenden Islam (mit einer starken Rolle des Mannes) und der Minangkabau (mit der Mutter, die ihre Reisfelder an ihre Töchter weitervererbt) ist einzigartig.

Der Siedlungsraum der weitgehend homogenen Ethnie erstreckt sich vom traditionellen angestammten Kerngebiet, dem Hochland Westsumatras, umsäumt von den Vulkanen Gunung Singgalang, Gunung Marapi, Gunung Sago, Gunung Malintang und dem Barisan-Gebirge, bis zu dem angestammten Gebiet in Richtung Padang. Auf der Malaiischen Halbinsel, bei Malakka und in Negeri Sembilan, haben Einwanderer schon vor der Ankunft der Portugiesen die Geschichte beeinflusst.

Minang (auch menang) bedeutet Sieg und kabau (heute kerbau) Büffel. Der Name Minangkabau geht nach einer Version auf eine überlieferte doppelte Wortschöpfung die Glücklichen und diejenigen, die über ein Rind, und damit ein Zeichen guter Ernährungsmöglichkeiten, verfügen. Eine andere Version beruht auf einer Sage, die siegreichen Büffel, nach der einmal ein riesiges javanisches Herr das Land der Minangkabau erobern wollte. Die Könige einigten sich darauf zwei Büffel gegeneinander kämpfen zu lassen. Längere Zeit ließen die Minangkabau ein junges Kalb hungern und vor dem Kampf befestigten eine Speerspitze auf seiner Nase. Es stürzte durstig sich auf den Büffel der Javaner und tötete ihn so.

Quellen über die Kultur der Minangkabau gibt es erst seit der Kolonialisierung Indonesiens durch die Portugiesen im 16. Jahrhundert und vor allem durch englische und niederländische Kolonialbeamte und Militärs. Die Minangkabau verfügten zwar über eine Schrift, die aber nur in wenigen steinernen Relikten identifizierbar ist. Die hölzerne Bauweise und die textile Ausgestaltung der Häuser bewirkten beim feucht-heißen äquatorialen Klima in Westsumatra, dass nur wenige gegenständliche Hinterlassenschaften aus früheren Jahrhunderten erhalten geblieben sind. Die Minangkabau selbst erklären ihre Geschichte mit verschiedenen Mythen.

Bekannt ist, dass es sich bei den Minangkabau um ein Königreich mit ausgesprochen dezentraler Verwaltungsstruktur und ohne Militär gehandelt hat. Der Goldhandel scheint eine wichtige ökonomische Grundlage geliefert zu haben. Nach der Islamisierung Westsumatras, die aufgrund der räumlichen Unzugänglichkeit ca. 100 Jahre später als im übrigen Indonesien erfolgte, wurde das alte Adat-System nicht grundlegend verändert, sondern im Selbstverständnis der Minangkabau umgeformt integriert.

Die das politisch-gesellschaftliche System der Minangkabau ausmachenden traditionellen Regeln des Adat werden in den letzten Jahren zunehmend von kulturell bewussten Kreisen betont und vor dem Verfall wiederzubeleben versucht. Die Vermittlung der Adat-Regeln an die nachfolgende männliche Generation erfolgt auch heute - trotz der drastischen Zunahme von Kernfamilien im neuen Eigenheim anstelle der matrilokalen verwandtschaftlichen Großverbände im Adat-Haus von den Männern der eigenen Verwandtschaftsgruppe.

Koordinaten: 0°48'12''S 100°18'10''E | GoogleMaps | GoogleEarth
Literatur zum Thema:
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Minangkabaufrauen in traditioneller Kleidung
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